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Bakteriologische, chemische und virologische Belastung von Trinkwasserquellen im oberen Ouémé-Einzugsgebiet

Problemstellung

Wassergebundene Infektionskrankheiten sind eine Gefahr für die Bevölkerung in ökonomischer (Arbeitsausfall) und gesundheitlicher (Krankheiten, Mortalität) Hinsicht. Ca. 2 Mio. Menschen, darunter besonders Kinder unter 5 Jahren, sterben jährlich weltweit an Durchfallerkrankungen, die auf kontaminiertes Wasser zurückzuführen sind. Verfahren zur Bestimmung von bakteriologischen und virologischen Kontaminanten im Trinkwasser stehen außerhalb des IMPETUS Labors in Parakou nur sehr eingeschränkt zur Verfügung. Erst die Etablierung der entsprechenden Nachweisverfahren zusammen mit einer ständig aktualisierten Brunnendatenbank (Bauart, Ort, Tiefe, Lage und Zustand aller Wasserquellen im Beprobungsgebiet) machen eine Analyse der Wasserqualität möglich. Risikokonstellationen für die Trinkwasserkontaminationen können jetzt erkannt und Handlungsoptionen zur Behebung derselben erstellt werden. Dabei ist es wichtig, dass Sanierungsmaßnahmen kontrollierbar sind (Vorher-Nachher-Analysen) und dass Entscheidungsträgern Informationen über die Dringlichkeit einer Intervention bekommen. Neben dem Nachweis und der Sanierung von aktuellen Kontaminationen ist es aber auch wichtig die bakterielle und virologische Trinkwasserqualität unter sich ändernden Rahmenbedingungen abschätzen zu können. Auf diese Weise könnten weitere Handlungsoptionen entwickelt und Entscheidungsträger umfassend informiert werden.

Mitarbeiter

Verheyen, Uesbeck, Baginski, Mazou, Dossou, Budayeva, Timmen-Wego

Zielsetzung

Es soll eine Brunnendatenbank mit aktuellen Informationen über die bakteriologischen und virologischen Kontaminationen der Trinkwasserquellen in dem Untersuchungsgebiet in dem IMPETUS-Labor in Parakou dauerhaft etabliert werden. Darüber hinaus soll MIVIK als Expertenmodell wichtige Informationen über die Trinkwasserqualität unter sich ändernden Bedingungen geben sowie Interventionsszenarien bewerten. Das Labor in Parakou soll zusammen mit den dort etablierten Methoden nach dem Ende der dritten Phase an einen noch zu findenden Träger übergeben werden und so einen nachhaltigen Wissenstransfer gewährleisten. Die Ausbildung beninischen Laborpersonals in den etablierten Nachweisverfahren sowie die Anbindung des Labors an lokale Institutionen bilden weitere wichtige Ansatzpunkte für die dauerhafte Verbesserung der Trinkwasserqualität in Benin.

Modellierung

Anhand der ermittelten Daten zur bakteriologischen und virologischen Wasserqualität werden die Einflussfaktoren (Art der Trinkwasserquelle, Geologie der Brunnenstandorte, klimatische Bedingungen, Tierhlatung, Sanierungsmaßnahmen) bewertet und entsprechend ihrer Bedeutung in das Expertenmodell MIVIK integriert. Eine Verbindung ergibt sich zwischen Trinkwasserqualität und den Investitionen in sichere Trinkwasserquellen wie Pumpen sowie Anzahl der Bewohner, die diese nutzen können. Eine weitere wichtige Einflussgröße ist das Verhalten der Brunnennutzer vom allgemeinen Hygieneverhalten (Körperhygiene / Brunnenhygiene) bis hin zur Wahl der Trinkwasserquelle.

Geologische Faktoren bestimmen die Tiefe der Brunnen in bestimmten Regionen, somit auch die Nutzbarkeit bei veränderten Grundwasserspiegeln und die Anfälligkeit für Kontaminationen durch oberirdische oder in den oberen Erdschichten stattfindende Wasserbewegungen. Gerade aber diese Art der Kontamination ist abhängig von klimatischen Faktoren wie der 24-stündigen Regenmenge.

 

Methodik

 

  • Zur Ermittlung der Trinkwasserqualität werden die Kontaminanten mit etablierten bakteriologischen, chemischen und virologischen Analyseverfahren bestimmt.
  • Wassergebundene pathogene Bakterien werden durch Anreicherung auf verschiedenen selektiven Nährmedien isoliert und durch den Nachweis biochemischer Merkmale als auch serologisch klassifiziert.
  • Die virale Kontamination wird mittels eines speziellen transportablen Filtrations-Systems und eines Virusnachweises basierend auf Light-Cycler-PCR Technik bestimmt.