Modellierung
Die atmosphärischen Antriebsdaten werden mit SMGHydraa (s. PK Ma-H3) statistisch modelliert, unter Verwendung der aus der atmosphärischen Modellkette gewonnenen statistischen Parameter. Diese Daten werden auf der einen Seite in das SDSS SEDRAA (Soil Erosion in the Drâa Region) eingehen, das aus einer Weiterentwicklung des Bodenerosionsmodells PESERA und einer auf die Ziele angepassten interaktiven Benutzeroberfläche besteht. Eine weitere zu lösende Fragestellung ist die nach dem Zusammenhang zwischen Bodenerosion und der quantitativen Bestimmung der Sedimentationsraten im Stausee. Auf der anderen Seite dienen sie der Modellierung mit HYDRAA (PK Ma-H1). Um die kurzfristigen Auswirkungen von Starkniederschlägen abzuschätzen, wird für die Abflüsse ein statistisches Werkzeug zur Bestimmung bzw. statistischen Analyse der extremen Abflüsse erstellt. Hier ist die wichtigste Frage, ob spezielle Risikoregionen bestimmt werden können.
Die Szenarien, die gerechnet werden, bestehen zum einen aus den IMPETUS Klimaszenarien, zum anderen aus Interventionsszenarien bzgl. der Rekultivierung (SEDRAA) und dem Bau weiterer Staudämme (HYDRAA).
Methodik
Meteorologie: Die Ergebnisse der kompletten atmosphärischen Modellkette finden in diesem Problemkomplex Anwendung. Benötigt werden Niederschlagsklimatologien von der globalen zur regionalen Skala, für Abflussmodellierungen auf der saisonalen Skala oder sogar von einzelnen Episoden werden zeitlich hochauflösende, räumlich interpolierte bzw. aggregierte Daten verwendet. Klimatologische Beobachtungsdaten erlauben eine Validierung der Interpolationsergebnisse.
Hydrologie: Die Simulation des Abflusses auf der kürzeren Zeitskala erfolgt mit dem Modell SWAT (Soil Water Assessment Tool) unter Berücksichtigung geomorphologischer Informationen. Das komplexe SWAT wird in PK Ma‑H.1 näher beschrieben. Die Zeitskalen umfassen Wochen bis hin zu dekadischen Simulationen, in denen Änderungen der Saisonalität auch in Starkniederschlägen untersucht werden.
Die langfristige Bodenerosion wird mit dem Modell PESERA berechnet. Dabei handelt es sich um ein Erosionsmodell, das lediglich den Einfluss von Oberflächenabfluss auf langen Zeitskalen berücksichtigt. Die Kombination der Kenntnis von Erosionsraten in der Fläche von PESERA und dem Abflussverhalten aus dem MMS erlaubt eine Abschätzung des Sedimenteintrags in den Stausee.